Geishas, Dirnen, Kurtisanen. Japanische Farbholzschnitte

8. November 2017 bis 28. Januar 2018


In diesem Winter präsentiert das Museum im Schloss einzigartige Meisterwerke der Holzschnittkunst und lädt ein zu einer Entdeckungsreise in das Japan des 19. Jahrhunderts




Geisha – kaum ein Wort ist in der westlichen Vorstellung so eng verknüpft mit der japanischen Kultur und ist zugleich so geheimnisumwoben. Das Bild jedoch, das seit jeher in Romanen wie „Die Geisha“ oder Opern wie „Madame Butterfly“ entworfen wird, ist zumeist eines, das mit der Realität nur wenig gemein hat. Doch welche Bedeutung hatten die Geishas tatsächlich innerhalb der japanischen Gesellschaft und wie veränderte sich ihre Rolle im Laufe der Zeit?
Diesem und anderen Themen widmet sich die Ausstellung „Geishas – Dirnen – Kurtisanen“ im Museum im Schloss Bad Pyrmont, indem sie die Kunst der Zeit befragt. Gezeigt werden Meisterwerke des japanischen Farbholzschnitts aus der Zeit zwischen 1835 und 1889 – einerseits bedeutende Serien von Kobayashi Kiyochika und Taiso Yoshitoshi, die sich intensiv mit der Situation der Geishas in den Vergnügungsvierteln Tokios (ehemals Edo) beschäftigen und die berühmten Vertreterinnen dieser Kunst ein Denkmal setzen, andererseits Karikaturen, die den politischen Weg Japans beleuchten.
Denn die Farbholzschnitte sind nicht nur einzigartige Kunstobjekte von großem ästhetischen Reiz, welche die europäische Kunst an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ebenso wie die Bildsprache moderner japanischer Comics maßgeblich beeinflussten und deren Rezeptionsgeschichte daher zuletzt in einer Vielzahl von Ausstellungen beleuchtet wurde. Sie sind zugleich spannende Zeugnisse des politischen wie gesellschaftlichen Wandels des Landes am Ende des 19. Jahrhunderts, als sich Japan nach der Meijirestauration 1868 vom traditionellen Feudalstaat zu einer modernen Industriemacht entwickelte – kam ihnen doch seinerzeit in etwa die Funktion der heutigen Yellow-Press zu. Die Blätter enthalten daher eine Fülle von Symbolen, Anspielungen und Kommentaren, sowohl erotischer als auch politischer Natur, die für den heutigen Betrachter oftmals nur schwer zu entschlüsseln, aber für das Gesamtverständnis von großer Bedeutung sind. Daher widmet sich die Ausstellung auch der Dechiffrierung dieser in den Bildern versteckten Codes und Texte.
Begleitend erscheint außerdem ein umfangreicher, bebilderter Katalog, der in Ergänzung zu den Arbeiten auch Zeitzeugen wie den Forschungsreisenden Engelbert Kaempfer aus Lemgo und den Bückeburger Leutnant Carl Köppen behandelt, die das Japanbild weit über ihre Zeit hinaus prägten.
So präsentiert die Ausstellung nicht nur besonders qualitätvolle Beispiele einer der wichtigsten japanischen Kunstformen, sondern bringt dem Besucher durch das Medium des Holzschnitts gleichermaßen eine für die westliche Welt nach wie vor in ihrer Komplexität fremde Kultur näher.

Öffentliche Führungen mit dem Kurator Gerhard Friedrich Philipp: 19. November 2017, 10. Dezember 2017 und 21. Januar 2018, jeweils 15 Uhr. Weitere Sonderführungen nach Terminvereinbarung.
Vortrag von Gerhard Friedrich Philipp: „Geishas, Dirnen, Kurtisanen“, 19. Januar 2018, 19:30 Uhr, Beletage des Museums.
Hier gibt es den Einladungsflyer zum Download:
Einladungsflyer_Geishas, Dirnen, Kurtisanen
Museum Bad Pyrmont
Schlossstraße 13
31812 Bad Pyrmont

Telefon (0 52 81) 60 67 71
Telefax (0 52 81) 9 69-1 26

E-Mail: info@museum-pyrmont.de

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Öffnungszeiten



Die Außenanlagen der Schlossinsel sind täglich von 10.00 bis 21.45 Uhr geöffnet.
Eintrittspreise
  • Erwachsene 3 €
  • Kurgastermäßigung und Schwerbehinderte 2 €
  • Ermäßigungen für Schüler, Studenten und Arbeitslose 1 €
  • Gruppenpreise pro Person (ab 10 Personen) 2 €
  • Familienkarte 6 €
  • Für Sonderausstellungen gelten erhöhte Eintrittspreise
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